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02008 SDGs im Unternehmen umsetzen

Unternehmen sind dazu aufgerufen, bis zum Jahr 2030 einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen zu leisten. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Ihr Unternehmen schrittweise nachhaltig gestalten und dessen Geschäftstätigkeit konsequent an den SDGs ausrichten können.
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Bedeutung der SDGs für Unternehmen

SDGs als Handlungsrahmen für nachhaltige Entwicklung

Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen mit ihren Unterzielen bilden einen globalen Rahmen für nachhaltige Entwicklung. Sie richten sich in erster Linie an Regierungen, die diese Ziele bei ihren Nachhaltigkeitsbemühungen berücksichtigen sollen. Darüber hinaus werden auch andere Akteure, insbesondere aus der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft und der Wirtschaft, in die Verantwortung genommen. Somit stellt sich die Frage, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die den Großteil der Wirtschaft in Deutschland ausmachen, zur Erreichung der SDGs beitragen können und wie sich diese in deren Geschäftsmodelle integrieren lassen.

SDGs schrittweise umsetzen

Daher sollten Unternehmen die SDGs aufgreifen und sich überlegen, welchen Beitrag sie selbst dazu leisten können und wie sie ihre Geschäftstätigkeit an den SDGs ausrichten können. Die Umsetzung der SDGs im Unternehmen betrifft nicht nur die Kernprozesse, sondern auch die Beschaffungs- und Absatzmärkte. Sie sollte in sechs Schritten erfolgen, auf die im Folgenden näher eingegangen wird:
Schritt 1: SDGs sichtbar machen,
Schritt 2: Relevanz der SDGs analysieren,
Schritt 3: SDG-Ziele ableiten,
Schritt 4: SDG-Programme erstellen und umsetzen,
Schritt 5: SDG-Aktivitäten im Unternehmen verankern,
Schritt 6: Fortschritte bei der Zielerreichung kommunizieren.

1 Schritt 1: SDGs sichtbar machen

1.1 Überblick

In einem ersten Schritt geht es darum, die SDGs kennenzulernen und sich deren Bedeutung bewusst zu werden. Auf dieser Basis können dann erste Überlegungen angestellt werden, ob und auf welcher Ebene das Unternehmen einen Beitrag zur Erreichung der SDGs leisten kann. Die Abbildung 1 führt die 17 SDGs der Vereinten Nationen auf.
Abb. 1: Die 17 SDGs der Vereinten Nationen

1.2 Unterziele als Konkretisierung der SDGs nutzen

Um einen Überblick über die SDGs zu erhalten, ist es sinnvoll, sich auch die Unterziele genauer anzusehen, die die SDGs spezifizieren. Sie legen dar, was konkret erreicht werden soll. So fordern z. B. die Unterziele zu SDG 12 u. a., dass bis zum Jahr 2030
die nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen erreicht wird,
die weltweite Nahrungsmittelverschwendung pro Kopf auf Einzelhandels- und Verbraucherebene halbiert und die entlang der Produktions- und Lieferkette entstehenden Nahrungsmittelverluste einschließlich Nachernteverlusten verringert werden,
das Abfallaufkommen durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung deutlich verringert wird,
die Unternehmen dazu ermutigt werden, nachhaltige Verfahren einzuführen und in ihre Berichterstattung Nachhaltigkeitsinformationen aufzunehmen, und
sichergestellt wird, dass die Menschen überall über einschlägige Informationen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und eine Lebensweise in Harmonie mit der Natur verfügen. [1]

1.3 Business Case der SDG-Ausrichtung

Des Weiteren ist es unerlässlich, den Business Case zu verstehen. In Bezug auf den Business Case ist zu hinterfragen, ob es sich für das Unternehmen lohnt, auf die SDGs einzuzahlen. Die Ausrichtung der Geschäftstätigkeit an den SDGs wird dabei als Investition verstanden, und es ist zu beurteilen, ob die damit verbundenen Aufwendungen gerechtfertigt sind. Die zentrale Frage lautet hier: Gibt es einen positiven direkten oder indirekten Zusammenhang zwischen den SDGs und dem Gewinn des Unternehmens? Im Allgemeinen wird heute davon ausgegangen, dass der unternehmerische Beitrag zur Erfüllung der SDGs zu positiven finanziellen Ergebnissen führt. Gründe dafür sind, dass:
SDGs als Innovationstreiber dienen und dem Unternehmen dabei helfen, sich an den Möglichkeiten und Anforderungen der Zukunft auszurichten und zukünftige Geschäftschancen ebenso wie mögliche Risiken zu erkennen,
die Arbeitgeberattraktivität des Unternehmens erhöht wird, was es insbesondere erleichtert, junge Talente zu gewinnen und zu halten, die zunehmend darauf achten, ob Unternehmen mit ihren Produkten auch einen gesellschaftlichen Mehrwert erzeugen,
das Risikomanagement und die Nachhaltigkeitsleistung dadurch verbessert werden, dass die Beschäftigung mit den SDGs den Blick unweigerlich auf die unternehmerischen Wirkungen in der gesamten Wertschöpfungskette lenkt,
die Reputation des Unternehmens, also sein Ruf bei Kunden, Partnern und in der Öffentlichkeit, verbessert wird und
Kooperationen mit Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und anderen Unternehmen erleichtert werden, was dabei hilft, Synergien zu erschließen. [2]

2 Schritt 2: Relevanz der SDGs analysieren

Insbesondere für KMU ist es kaum möglich, ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten an allen 17 SDGs samt Unterzielen auszurichten, weil sie nicht über die entsprechenden Ressourcen verfügen und bestimmte SDGs nicht in ihrem Einflussbereich liegen. Daher sollten sie ihre Nachhaltigkeitsbemühungen zunächst auf jene SDGs konzentrieren, bei denen sie die größte Wirkung erzielen können.
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